Schlagwort-Archive: Fahrrad

Wettschulden sind Ehrenschulden – oder: Haltet das „s“!!!!

Erinnern Sie sich? Ganz beglückt war ich, dass eine sympathische, musikalisch außerordentlich versierte junge Dame so im Vorbeigehen das Musikrätsel löst. Und dann bleibe ich den Preis schuldig!!! Die Wahrheit ist: Ich hatte tatsächlich seitdem keine Gelegenheit, meine Fahrradhausrunde zu fahren. Aber heute! Gerade als sich hier ein angenehmer Sommerregen aufmachte, konnte ich endlich aufs Fahrrad steigen, ein Ründchen drehen und endlich meine Schulden einlösen. Zuhause noch schnell das Schild gemalt – nee, braun sieht nicht schön aus, wo ist der rote Stift? – schnell los, und schon als ich das Schild aus dem Rucksack zog … AHHH!!!! Haltet das „s“!!! Es hat sich beim Wechsel von braun zu rot aus dem Staub gemacht! Der Schurke ist etwa 4-5 cm groß, rot und äußerst eilig unterwegs. Er gehört in Wirklichkeit hier hin:

80Smusicmixtape.wordpress.com

Und hier, liebe Nadine, endlich das Foto 😀
Wettschulden

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Abandoned V

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Ghost Bikes

Bei Stadtkind FFM sind mir die Ghost Bikes untergekommen – Fahrräder, die weiß gestrichen da aufgestellt werden, wo ein/e Radfahrer/in ums Leben gekommen ist.

In meiner Stadt stehen Ghost Bikes an zwei Stellen – allerdings nur in meinem Kopf. Mit Sicherheit sind in den letzten Jahren viel, viel mehr Radfahrer hier ums Leben gekommen – aber diese Unglücke haben sich direkt auf meinen täglichen Wegen ereignet, das prägt sich doch mehr ein. Ich kannte die Opfer nicht persönlich, kenne aber den Unfallhergang aus der Zeitung und – bei dem Unglücksfall, der noch nicht so lange her ist –  bin ich jeden Tag an den Blumen und Briefen an der Unglücksstelle vorbeigefahren. Ein junger Mann. Und wenn ich die ganze Zeit von „Unglück“ schreibe, dann deshalb, weil es so unglücklich & traurig ist. Der Unfallhergang ist nämlich kein „Unglück“ gewesen, sondern – Unachtsamkeit des Autofahrers, der da in die Einfahrt eines Baumarkts einbog, über den Radweg, auf dem der junge Mann vorschriftsmäßig fuhr.

Das andere Ghost Bike ist in meinem Kopf an einer Strecke plaziert, die ich unglaublich ungern fahre: Über einen knappen Kilometer fährt man zwischen parkenden Autos und Straßenbahnschienen. Man kann die Dooring-Zone nicht verlassen. Und da es eine super belebte Geschäftsstraße ist, klappen hier die Autotüren, dass es einem schwindelig werden kann. Und so ist’s damals passiert. Ein Autofahrer reißt die Tür auf, die Radfahrerin möchte ausweichen, kommt mit dem Reifen in die Schiene und stürzt so schwer, dass sie es nicht überlebt.

Vor ein paar Tagen fahre ich wieder diese Strecke (muss da  ziemlich oft lang), es ist Abend, ein Autofahrer steht zum Einsteigen dicht vor seinem Auto und schwingt die breite Tür seiner großen Karre genau dann komplett auf, als ich wenige Meter hinter ihm bin. Das war nun dadurch, dass er vor dem Auto stand und nicht drinne saß, absehbar,  aber eine Vollbremsung mit meinen nach wie vor irre quietschenden Scheibenbremsen ist doch imposant. Und weil mein Herz voller Frieden war an jenem Abend, säuselte ich (wirklich!): „Genauso können Sie einen Radfahrer umbringen.“ Und ehrlich: Bei den vielen blöden Situationen, die ich hier schon erlebt habe, von denen die meisten wesentlich brenzliger (für mich) waren – es war das erste Mal, dass ich für einen solchen Kommentar nicht angepöbelt wurde. Der Mann hat mich nur ganz betroffen angesehen. Das war eine ganz neue Erfahrung.

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Abandoned IV

Erinnern Sie sich? Das ausgesetzte Fahrrad sieht immer trauriger aus:

abandoned4

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Boys, Bikes & Bier

Heute hab ich wieder Oberwasser – und sofort geht alles mit mir durch …! (Falls Sie es sich anstrengend vorstellen, ich zu sein – nun ja … es macht aber auch jede Menge Spaß! ;-)). Deshalb übe ich mal im Kleinen, was ich bei anderen Bloggern neidvoll beobachte: Ein bisschen aus dem Stats-Nähkästchen plaudern und Ihnen weitere Einblicke in mein fragwürdiges Seelenleben ermöglichen.

Stichwort Suchbegriffe:

Die meisten, die mittels Suchmaschine hier landen, haben irgendwas zu Fahrrädern eingegeben. Oder zu Nagellack (Überraschung …). Sehr hübsch finde ich die Suche „nackte boys auf fahrrad“ und ich hoffe, der/die Suchende war nicht allzu bitter enttäuscht. Anbieten kann ich hierzu nur „Bikes on Girls“, was ja das gewünschte Thema eigentlicht in jeder Hinsicht verfehlt – es sind keine boys, sondern girls, und diese sind nicht auf Fahrrädern, sondern die Fahrräder auf ihnen und nackt ist auch niemand wirklich (naja, ein Fahrrad ist ja doch eher per se unbekleidet … ). Aber ich liebe diese sehenswerte Sammlung! Das verlinkte Blog ist mittlerweile umgezogen (siehe Blogroll).
Falls Sie an dieser Stelle aufatmen, dass ich noch einigermaßen geschmackvoll die Kurve gekriegt habe, so muss ich Ihnen mitteilen, dass Sie sich zu früh gefreut haben: Ich entstamme einer Jugendkultur, in der wir uns mehrere Stunden wegkringeln konnten über Rätselfragen wie „Was ist noch schöner als ein nackter Mann?!“ „Ein nackter Mann mit einem Kasten Bier in der Hand!“ Wobei ich betonen möchte, dass das tatsächlich unsere unreife, aber tief empfundene Wertschätzung für Männer zum Ausdruck brachte. Und unsere Wertschätzung für Bier (…it was punkrock, not straight edge). Das erzähle ich jetzt übrigens nur, damit Suchanfragen wie „nackte boys mit Bier“ auch hier landen …

Stichwort internationale Leserschaft:

Gerne würde auch ich mit meiner riesigen Leserschaft aus allen Teilen der Erde prahlen – es ist momentan noch überschaubar 😉 Aber ein/e Leser/in aus USA schaut jeden (!) Tage hierein. Und darüber freue ich mich riesig!

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Herrenwitze, Handschuhe & Hypertonie

red beauty

Nach wie vor: Nagellack & Fahrräder ziehen! Der blaue Nagellack ist eigentlich gar nicht blau – er sieht nur auf Fotos so aus. Deswegen versuche ich seit einem halben Jahr, ihn so zu fotografieren, wie er eigentlich aussieht (auch schon mehrfach für diese Seite …).
Man beachte die geheimnisvolle rotlackierte Schönheit im Hintergrund (die pseudo-blaulackierte im Vordergrund bin wie immer ich 😉 ….)

Da eine ausgesprochen sympathische Bloggerin um vermehrte Zuwendung zum Thema „Fahrrad“ bat (und sie bei mir ja damit offene Türen einrennt), wage ich es heute, mich einem Thema der Fahrradperipherie zuzuwenden, das mir schon lange auf den Nägeln brennt. Nun würde der Punkrock ja nicht in meinem Herzen wohnen, wenn ich dort auch nennenswert Platz für falsche Scham fände – bisher habe ich mich trotzdem noch ein wenig gedrückt. Heute ist damit Schluss!

Ich hole ein wenig aus: Das einzige Accessoire*, auf das ich beim Radfahren aus diversen Gründen nie verzichte, sind Fahrradhandschuhe. Sagen Sie jetzt bitte nichts. Ich weiß zu gut, dass es schützenswertere Körperteile gibt. Wobei – meine Hände können so einiges … und ich bin mir sicher, dass es den einen oder anderen Mann gibt, der nachträglich den Verlust meiner Hände bedauern, den Verlust meines Kopfes jedoch begrüßen würde, harhar. Liebe Leserschaft, Sie merken: DAS ist echte Emanzipation – sogar die Herrenwitze mache ich hier selbst! Zurück** zu den Handschuhen. Ich habe drei Paar. Zwei sehr gute – genau gleiche, nur in verschiedenen Farben. Das zweite Paar habe ich mir gekauft, als ich das erste verloren wähnte, da gab es nur noch eine andere Farbe. Paar 1 ist aufgrund seiner Farbe mein Lieblingspaar. Das dritte Paar ist von Tchibo und war sehr günstig und ich habe es gekauft, weil ich dachte „kann ja nicht schaden“, und es passt nicht gut und wird nur in Notfällen (= Paar 1 und 2 sind unauffindbar) benutzt. Jetzt wissen Sie schon eine Menge über meine Fahrradhandschuhe und haben wahrscheinlich bemerkt, dass ich heute schrecklich aufgeregt und dadurch ziemlich unerträglich bin. Deshalb verschone ich Sie jetzt damit, WARUM ich immer Fahrradhandschuhe trage; es würde in meinem aktuellen Zustand jeglichen Rahmen sprengen.

Nun aber zum eigentlichen Problem (es wird jetzt ein kleines bisschen eklig): Wie alle zum Sport getragenen Handschuhe riecht Paar 1 mittlerweile ganz schlimm. Ehrlich. Nicht nur ein bisschen. Nicht nur, wenn man die Nase direkt & tief reinbohrt. Sondern schon auf Abstand. Mit einer Armlänge Abstand geht’s dann langsam, sonst wäre ja jede sachgemäße Benutzung unmöglich. Aber wenn ich mir mal unüberlegt die Haare aus dem Gesicht streiche … ohje. Ich rede mir das Phänomen damit schön, dass ich die Handschuhe schon wirklich sehr lange habe.

Und nun bitte ich um Ihre geschätzte Mithilfe:

1. Kennen Sie das? Oder stimmt mit meinen Händen doch so einiges nicht?
2. Was tun Sie dagegen? Mit Leder & Gelpolstern traue ich mich nicht, die Handschuhe zu waschen. Wegschmeißen ist keine Option, ich hänge an diesen Handschuhen.
3. Verzeihen Sie mir meinen Zustand. Morgen bin ich wieder normal.

*Wie sprechen Sie eigentlich „Accessoire“ aus? „Asse…“ oder „Akse…“? Obwohl ich weiß, dass Letzteres richtig ist, kann ich mich einfach nicht daran gewöhnen (diese vielen fasligen Abschweifungen heute rühren übrigens daher, dass ich furchtbar aufgeregt bin (hatte ich ja ein Post vorher schon angedeutet). Genauso fahrig bin ich dann auch „in echt“. Furchtbar.).

**Merken Sie das mit den Abschweifungen?! Furchtbar.

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Heute …

nail and key… habe ich vor der Arbeit meinen Augapfel aka Fahrrad mitten in der Stadt an einen dicken, schmiedeeisernen Zaun angeschlossen. Als ich es nach der Arbeit losschließen wollte, sah ich …

… dass mein Fahrrad einfach so da stand und ich lediglich das Schloss am Zaun festgemacht hatte. Das ist mir in … – ähm, denken Sie sich hier einfach eine sehr hohe Zahl hin, muss ja keiner wissen, wie alt eine Dame wirklich ist – also in all den Jahren, seit ich in der Lage bin, Fahrrad zu fahren, noch nie passiert. Genauso wie es mir auch noch nie passiert ist, dass ich nicht wusste, welcher Nagellack passt – alles andere als ein Zufall. Damn.

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Guter Ratschlag

Vorhin auf dem Nachhause-Weg: Ampel für Fußgänger und Radfahrer schaltet auf rot, ich bremse mit fürchterlich quitschender Hinterrad-Scheibenbremse. Wartender Fußgänger schaut so irritiert-paralysiert, dass ich mir ein freundliches „Quitscht n bisschen …“ abringe. Wartender Fußgänger belehrt mich daraufhin „Die müssen Sie mal ölen!“. Ich schwöre: Das hat er gesagt.

(Falls jemand tatsächlich eine Idee hat: immer her damit! Ich habe schon alles ausprobiert, was mir eingefallen ist, als letztes habe ich die Scheibe und alles Angrenzende gründlich entfettet und funkelnagelneue Bremsbelege reingemacht – trotz sorgfältigstem Einbremsen war ich genauso weit (und laut) wie vorher. Nur um einiges ärmer …).

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Du bist mit dem Fahrrad hier?!

bikes & polish

Toutde5uite erhöht weiterhin beharrlich ihre Leserzahlen: Der Durchschnittsleser wünscht Fahrräder & Nagllack. Sagt die Statistik!

Ich höre wirklich oft die Frage „Waaaas? Du bist mit dem Fahrrad HIER?!“ Selbst von Leuten, die mich gut kennen, die wissen, dass ich fast immer mit dem Fahrrad „HIER“ bin. Für die ist zwar normal, dass ich gerne Fahrrad fahre, aber doch nicht „HIER“her – zu diesem Termin, dieser Party, dieser Uhrzeit, in dieser Entfernung. Ich glaube, man versteht das nur, wenn man auch „addicted“ ist – ich tue das nicht, weil ich das muss. Oder, auf irgendeine Art „muss“ ich das schon, aber es sind nicht ethische, gesundheitliche, soziale, finanzielle (etc. etc.) Gründe, die mich das „müssen“ lassen – auch wenn Fahrradfahren ethisch, gesundheitlich, sozial, finanziell (etc. etc.) natürlich ne wirklich feine Sache ist. Ich muss das, weil ich nur so meinem riesigen Kindskopf mein Erwachsenenleben schmackhaft machen kann.

Für Menschen, die nicht so gestrickt sind, ist der Weg das Lästige zwischen den Stationen. Für mich sind die Wege im Zweifelsfall das Spaßige zwischen den lästigen Stationen (o. k., bei dem Beispiel mit der Party stimmt das mit der lästigen Station jetzt nicht so ganz). Oft fühle ich mich, als müsste ich den ganzen Tag so tun, als sei ich erwachsen (rein zahlenmäßig bin ich’s schon ne ganze Weile …). Selbst die Fahrradstrecken zum Selbsttransport sind dann die Go-Kart-Pausen, in denen ich Spielen gehen darf. Von den reinen Selbstzweck-Strecken ganz zu schweigen …

Und wenn mir nicht gerade zu viele Autofahrer ans Leben wollen, ist es auch genau das: Spielen gehen. Heute einfach schnell. Go! Heute einfach schön (fließend, perfekt schaltend, Ampel als Steher). Go! Heute eine absurde Wegstrecke. Go! Heute mit Absicht die größte Steigung. Go! Heute ein Rennen (Ihr wisst schon, ein/e andere/r RadfahrerIn, die/der zufällig den größten Teil der Strecke mit Euch teil, man tut so, als nähme man sich kaum war, grinst aber, wenn der Weg sich dann doch noch teilt – manchmal tief dankbar, weil man hinter der Gabelung endlich in Frieden das Sauerstoffzelt aufschlagen kann – aber bloß nix anmerken lassen ;)).

Die Stadt sieht auf dem Rad anders aus. Die Natur sowieso. Spät nachts mit dem Rad heimfahren ist wunderschön.

Ich bin mit dem Fahrrad hier.

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Musik außer der Reihe

Auf dieses bezaubernd-schräge Video aufmerksam geworden bin ich auf dem lesenswerten Fahrrad-Blog  It started with a fight (siehe auch mein Blogroll). Ich wollte nicht einfach nur rebloggen, sondern auch noch ein bisschen zusammengeklauten Senf dazugeben – nämlich (und ich zitiere von eben diesem Blog) folgende hübsche Sentenz der Sprecherin vom ADFC: „Ausgehend von einer kleinen gebildeten, urbanen Bevölkerungsschicht wird das Fahrrad immer beliebter.“ Ja. Ja!!! An dieser Stelle setze ich mich mit einem sehr feinen Lächeln auf den Lippen (nicht meinem normalen Bierkutschergrinsen) auf meiner Couch zurecht und meine Finger gleiten anmutiger denn je über die Tastatur. Es ist einer jener seltenen glücklichen Momente, in denen Fremd- und Eigenwahrnehmung so perfekt harmonieren wie eine seit 50 Jahren gemeinsam trainierende Square-Dance-Truppe aus Oklahoma: Ja!!! Gebildet, urban – die reden von mir. Viel Spaß mit dem Video!

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