Archiv der Kategorie: Buchstaben & Bilder

Quicksilver …

Quicksilver - Screenshot… heißt er und ich musste schon ein paar Minuten nachdenken, bevor mir das wieder eingefallen ist. Nämlich der 80er-Jahre-Spielfilm mit Kevin Bacon, der dort einen Fahrradkurier in New York spielt (meine Assoziationskette von Line of Sight bis hier ist kurz und einleuchtend …).

Kevin Bacon. Mitte der Achtziger. Quicksilver ist also definitiv „Footloose“ unter den Fahrradfilmen 😉 Und wenn Sie ihn (Kevin Bacon oder Footloose oder beide) damals auch irgendwie gut fanden, dann schnappen Sie sich ne Schüssel Popcorn und genießen Sie die flache Story, die 80er-Looks und die vielen Fahrradszenen in der frei abrufbaren Vollversion, die ich für Sie aufgespürt habe ( –> aufs Foto klicken). Ich schwöre: Den völlig idiotischen kleinen Schnauzbart der ersten Szene trägt er wirklich nur die ersten paar Minuten!

Getaggt mit , , , , , , ,

Liebe Taz,

wenn Ihr tatsächlich wollt, dass selbst so leidenschaftliche RadfahrerInnen wie ich absteigen und das Fahrrad für immer wegschließen, dann – schreibt weiter solche Sätze:

„Denn Radler sind wendig, stets im Fluss, wie Fische im Schwarm. Dynamisch und selbstverantwortlich nutzen sie jede Gelegenheit für den Fortschritt und schaffen so gleichzeitig Platz für den Hintermann. Ihr individueller Drang nach vorn beschleunigt das gesamte System. Anders gesagt: Das Fahrrad ist die FDP unter den Verkehrsmitteln. Nur dass die FDP das nicht weiß – die sitzt im BMW.“

Was auch immer man an diesem Artikel gut &richtig finden könnte – dieser Satz geht nicht.

Denn:
1. ist die FDP unter den Verkehrsmitteln immer noch das Guidomobil
2. kann man auch radfahren, als wäre man z. B. die CSU (sturzbetrunken), die SPD (ganz ohne Profil) oder die AfD (einfach total kacke).

Schlechter konstruiert wäre eigentlich nur das Bild, dass das Fahrrad quasi die TAZ unter den Verkehrsmitteln ist – denn Radler hacken gerne auf den gleichen Themen herum, werden schnell polemisch und krakeelen permanent. Aber darin erkenne ich mich jetzt eigentlich wieder 😉

Getaggt mit , , , , , , , , ,

Können Sie sehr gut Rad fahren?

Können Sie sehr gut Rad fahren? War Radfahren lernen als Kind für Sie leicht oder nicht? Hatten Sie das Vergnügen, einem Kind Radfahren beizubringen? Ist Ihr Gefühlsleben reich und vielfältig und warm, oder ist es kleinteilig und verknappt und mürbe und billig und wie Spucke? Vertrauen Sie wenigstens sich selbst? Ätzt es Sie nicht an – verzeihen Sie diese poppige Redeweise – Sie selbst zu sein? Wenn Sie die Wahl hätten und, sagen wir, Godzilla sein könnten, würden Sie nicht freudig mit ihm tauschen, mein Lieber? KönntenSie dann nicht auf Ihre schlechten Frisuren und freudlosen Gaderoben und mürrischen Stimmungen verzichten und sich endlich mal amüsieren, wie Godzilla? Was müssten wir Ihnen geben, damit Sie Godzilla werden und uns in Frieden lassen? Wann können wir mit einer Antwort rechnen?

Ich wünschte, ich hätte Ihnen diese Fragen gestellt – in Wirklichkeit ist es der geniale Padgett Powell. In seinem Buch „Roman in Fragen“ (wesentlich passender der amerikanische Originaltitel „The Interrogative Mood. A Novel?“ – ein Roman ist es nämlich nicht) fragt er ausschließlich – über 185 Seiten. Ich bin erst auf Seite 20, hatte aber schon mächtig viel Spaß mit diesem Buch. Wenn ich es ganz gelesen habe, träume ich sicher sogar mit Fragezeichen 😉

Padgett Powell: Roman in Fragen. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Harry Rowohlt.

Getaggt mit , , , , ,

Hyperbole and a Half

Weil mein Blogroll bei diesem Design so schrecklich weit unten steht, komme ich einfach nicht umhin, eine meiner aktuellen Lieblingsseiten aggressiv auf diese Art zu bewerben. Schaut nicht nur die Geschichte hinter dem unten stehenden Bildchen an, sondern alles – Hyperbole and a Half ist großartig!

Intelektuelle Maniküre

intelektuelle manikuereDiese nette Nagellack-Spielerei habe ich mir HIER abgeguckt. Da der einzige Schnaps, den ich hier hatte & der genug Prozent für diese Transfer-Methode hat, zu gut ist, um Zeitungsschnipsel darin einzuweichen, war ich sehr froh, hier noch 80%iges Ethanol zu haben. If you try this at home – unbedingt merken: Man kann hochprozentigen Schnaps für diese Maniküre verwenden, aber umgekehrt das von mir verwendete Ethanol NICHT trinken! Nicht durcheinander kommen 😉 (und für die, die sich öfter mal die Nägel lackieren: Bitte über die grausige Lack-Performance hinwegsehen – der hellgraue Lack ist ein Alptraum im Auftrag und braucht mindestens drei Schichten, bis er deckt. Und jetzt petz‘ ich: Es ist der P2 Color Victim „arctic“ …).

Zur Frage „welchen Lack zu welchem Date?“: Nicht, für Dich, Idiot – schau auf den ersten Teil der Überschrift (ja, verschmähte Frauen werden zu rachsüchtigen Furien … Spaß!). Ein Date letzte Woche bestritt ich mit unlackierten Nägeln, welche zwar gut ankamen, aber meinerseits … Schwamm drüber. Deshalb nun folgender Plan: Ich werde genau diese Maniküre mit Textfragmenten von – sagen wir – Flann O’Brien machen. Wenn mich dann ein Mann darauf anspricht, weiß ich, dass er entweder … dieses Blog liest oder … selbst in winzigen Fragmenten und Spiegelschrift (der Transfer-Methode geschuldet) sämtliche Texte von Flann O’Brien auswenig kennt … nee. Genauer betrachtet beides viel zu spooky.

Getaggt mit

Haben Sie je bemerkt, wie seltsam sich die Fahrräder in dieser Gegend benehmen?

Flann O’Brien (1911-1966) war ein großartiger irischer Schriftsteller und ist eine absolute Leseempfehlung von mir an alle, die bizarre Charaktere und abstruse Ideen mögen. Eines der immer wiederkehrenden Themen in seinen Werken sind … Fahrräder! Und deshalb eine kleine Leseprobe aus „Der dritte Polizist“:

„Daher und infolgedessen“, fuhr er fort, „können Sie getrost folgern, dass auch Sie aus Atomen hergestellt sind, und dasselbe gilt auch für Ihre Hosentasche und den Schoß Ihres Hemdes und das Instrument, das Sie zur Entfernung von Speiseresten aus der Krümmung Ihres hohlen Zahnes verwenden. Wissen Sie, was geschieht, wenn Sie mit einem guten Vorschlaghammer oder einem stumpfen Gegenstand auf eine Eisenstange einschlagen?“
„Was?“
„Durch die Wucht des Schlages werden die Atome auf den Grund der Stange getrieben und zusammengedrückt und versammeln sich wie die Eier unter einer guten Brüthenne. Nach einem Weilchen im Laufe der Zeit schwimmen sie herum und kommen schließlich wieder dorthin, wo sie waren.Wenn man aber lange und heftig genug auf die Stange einschlägt, haben sie dazu keine Gelegenheit, und was passiert dann?“
„Das ist eine schwere Frage.“
„Fragen Sie einen Schmied, und er wird Ihnen sagen, dass die Stange sich mählich auflöst, wenn man lange genug mit den kräftigen Hieben fortfährt. Einige Atome der Stange werden in den Hammer gehen und die andere Hälfte in den Tisch oder in den Stein oder in den jeweiligen Artikel, der sich unter der Stange befindet.“
„Das ist wohlbekannt,“ sagte ich.
„Das Brutto- und Nettoresultat davon ist, dass die Persönlichkeit von Menschen, die die meiste Zeit ihres natürlichen Lebens damit verbringen, die steinigen Feldwege dieser Gemeinde mit eisernen Fahrrädern zu befahren, sich mit der Persönlichkeit ihrer Fahrräder vermischt – ein Resultat des wechselseitigen Austauschs von Atomen -, und Sie würden sich über die hohe Anzahl von Leuten wundern, die halb Mensch und halb Fahrrad sind.“ Weiterlesen

Getaggt mit , ,