Der Veggie-Day

Blumen

Einmal die Woche Blumen essen – zur leichteren Gewöhnung hier welche in der Farbe von rohem Steak! 🙂

Es gibt vieleviele Gründe, vom Verspeisen der Kreatur Abstand zu nehmen – viele davon sind privater Natur:

Sie können Fleisch verweigern aus bloßem Mitleid mit der Kreatur (Privatsache, wenn Sie Tiere nicht als Personen betrachten)

Sie können Fleisch verweigern, weil das Essen von Blumen Sie innerlich und äußerlich schöner macht (ebenfalls Privatsache).

Sie können Fleisch verweigern, weil zur Erzeugung einer fleischlichen Kalorie mindestens sieben pflanzliche Kalorien notwendig sind (von den Unmengen Trinkwasser & Energie ganz zu schweigen). In anderen Worten: Wenn einer von Schnitzel satt ist, wären mindestens sieben von Pflanzen satt geworden (hier ist es irgendwie schon gar nicht mehr so privat).

Und nun soll auf einmal eine (!) von 21 (!) Mahlzeiten in der Woche vorgeschriebenerweise (!) überwiegend pflanzlich sein. AAAAAHHHHHHHH … äh, neinnein, natürlich muss ich nicht immer Fleisch essen, aber die Bevormundung, Sie verstehen … !!! Ja, auf freiwilliger Basis, jaja … aber dass diese Grünterroristen und Gutmenschendiktatoren … Sie verstehen …

Nein, versteh‘ ich nicht. Denn neben den ganzen Blumen-Kreaturen-in-der-dritten-Welt-wollen-die-Menschen -auch-essen-Gründen, die abgetan werden, als wollte man den Leuten unter Begleitung durch ein kleines Hippie-Tambourin „We shall overcome“ vorklimpern, ist Fleischkonsum auch noch etwas: Ein immenser Klima-Faktor (wie Sie sicher wissen verursacht die Nutztierhaltung mehr Treibhausgase als der gesamte weltweite Verkehr).

Ich persönlich möchte den Stellenwert von „Uns allen wird die Luft knapp“ gegen „Viele hungern, damit wenige sich eine ordentliche vorzeitige Altersgicht anfuttern können“ nicht gegeneinander aufwiegen. Aber anders als die Moral wird Klima-Schutz hierzulande nun mal gesetzlich geregelt. Und das ist gut so (wenn auch noch nicht in ausreichendem Maße, Sie wissen ja … ich alte Fahrradtriene … ;-)). Niemand käme auf die Idee, bei Auflagen für CO2-Emissionen durch die Industrie damit zu argumentieren, dass man es ja grundsätzlich auch gut fände, die Bevormundung aber nicht ertrage und die freiwillige Basis,  Sie verstehen … Keiner! Aber die heilige Kuh „Recht auf uneingeschränkten Fleischkonsum“ … ähm, da habe ich nun aber ein unpassendes Bild gewählt … darf nicht angerührt werden. Nur geschlachtet und verzehrt 😉

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4 Gedanken zu „Der Veggie-Day

  1. Irene sagt:

    Ich fand die Aufregung um den Veggie Day auch etwas hysterisch. Andererseits kommt es halt besser, wenn sowas von der Basis (Kommune, Betrieb …) ausgeht.

    Und es wirkt halt etwas selbstgerecht und klassistisch, wenn die Grünen ihren eigenen bürgerlich-ökologischen Stil mit teurem Käse statt Fleisch von Lidl für besser erklären, siehe http://www.heise.de/tp/artikel/39/39650/1.html

    Außerdem gibt es Leute, die durch ihre Lebensmittelallergien und Nahrungsintoleranzen so eingeschränkt sind, dass sie froh sind, wenn sie überhaupt was finden, was sie vertragen. Ich vertrage z.B. Fleisch uneingeschränkt und Soja gar nicht, Vollkorn nur schlecht. In einem veganen Hotel müsste ich wohl hungern, weil Tomatensoße auch nicht geht.

    Liebe Grüne und Veggies, macht doch mal ein 10-Jahres-Moratorium bei Flugreisen, und versucht das auch im Betrieb durchzusetzen! Wenn ich mich bei meinen Social-Media-Kontakten so umsehe, fliegt die grüne Basis ständig durch die Gegend und winkt mir von anderen Kontinenten zu.

    • toutde5uite sagt:

      Ich fliege sehr, sehr selten und ich könnte Dir aus dem Stand ein super leckeres, veganes Essen ohne Soja, Vollkorn und Tomatensoße kochen. Aber es geht ja auch gar nicht um durchgehende vegane Zwangsernährung, sondern um eine (!) vegetarische (!) Mahlzeit pro Woche 🙂

      • Irene sagt:

        Ich meinte dich ja nicht persönlich. Ich war selbst mal die perfekte Ökotante (bio einkaufen, vegetarisch kochen, nicht fliegen, in alten Klamotten rumlaufen) und kann mir gut vorstellen, dass es da noch einige Fossilien gibt. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass die grüne Basis mittlerweile ganz anders tickt und in der viel fliegenden Mittelschicht angekommen ist. Die Heldentat heißt heute „weniger fliegen“ oder „nur fliegen, wenns aus Europa rausgeht“ (zweiteres von einer grünen Politikerin gehört).

        Da Grüne überdurchschnittlich viel Bildung haben, können sie die eigene Fliegerei außerdem leichter als gut verbrämen (Solarkooperative besuchen, im Ökohotel absteigen, abgelegenen Kulturen begegnen) als ein Arbeiter, der auf Mallorca einfach nur Spaß haben will.

      • toutde5uite sagt:

        Nur ging es in meinem Artikel überhaupt nicht um die grüne Basis, perfekte Ökotanten oder darum, wie gut gebildete Grüne ihre Fliegerei verbrämen. Es ging auch nicht um Fossilien, alte Klamotten oder wer Du selbst mal warst (und falls Du da die Querverbindung siehst: Ich bin keine Ökotante – this is nach wie vor punkrock, not straight edge … ;-)) Also bitte hier zu dem kommentieren, worum es im Artikel geht und den eigenen Kreuzzug da unterbringen, wo er hingehört 😉

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